Ein Medizintechnikunternehmen sollte Executive Search nutzen, wenn eine Führungsposition strategisch relevant ist, der interne Kandidatenpool fehlt oder die Stelle Diskretion erfordert. Das gilt besonders bei der Besetzung von C-Level-Rollen, Bereichsleitungen oder Schlüsselpositionen in stark regulierten Märkten wie der Medizintechnik. Die folgenden Fragen helfen Ihnen, einzuschätzen, ob Executive Search der richtige Weg für Ihre Situation ist.
Welche Positionen werden typischerweise über Executive Search besetzt?
Über Executive Search werden in der Medizintechnik vor allem Führungspositionen ab Abteilungsleitung aufwärts besetzt: CEO, CFO, CSO, VP Sales, Medical Affairs Director, Regulatory Affairs Head oder Country Manager. Auch Positionen mit hoher fachlicher Spezialisierung, etwa in der klinischen Forschung oder im Qualitätsmanagement, fallen häufig in diesen Bereich.
Was diese Rollen gemeinsam haben: Sie sind schwer öffentlich auszuschreiben, weil die besten Kandidaten oft nicht aktiv suchen. Wer als VP Sales in einem erfolgreichen Medtech-Unternehmen arbeitet, schaut nicht jeden Tag auf Jobportale. Genau hier setzt Executive Search an. Der Prozess richtet sich gezielt an Personen, die passiv auf dem Markt sind, aber unter den richtigen Bedingungen wechseln würden.
Typische Positionen im Überblick:
- Geschäftsführung und C-Level-Management
- Vertriebs- und Marketingleitungen (national und international)
- Regulatory Affairs und Quality-Assurance-Führungskräfte
- Medical Affairs und Market-Access-Verantwortliche
- Country Manager und Standortleitungen in der DACH-Region
Ab welcher Unternehmensgröße lohnt sich Executive Search?
Executive Search lohnt sich nicht erst ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl, sondern ab einer bestimmten strategischen Bedeutung der zu besetzenden Rolle. Auch ein Medizintechnikunternehmen mit 50 Mitarbeitenden kann von Executive Search profitieren, wenn es eine Schlüsselposition besetzt, die das Wachstum der nächsten Jahre maßgeblich beeinflusst.
Praktisch gesehen setzen viele Unternehmen ab einer Größe von 30 bis 50 Mitarbeitenden auf externe Personalberatung, weil das interne HR oft nicht die Kapazitäten oder das Netzwerk hat, um Führungskräfte proaktiv anzusprechen. Bei größeren Unternehmen mit über 200 Mitarbeitenden geht es häufig um Diskretion: Wenn eine Führungsrolle intern noch nicht kommuniziert werden soll oder ein Nachfolger für eine bestehende Position gesucht wird, ist Executive Search die diskretere Lösung.
Entscheidend ist weniger die Größe als die Frage: Wie hoch ist der Schaden, wenn diese Position falsch oder zu spät besetzt wird?
Was unterscheidet Executive Search von klassischer Personalvermittlung?
Der wesentliche Unterschied liegt im Ansatz: Klassische Personalvermittlung arbeitet reaktiv mit Kandidaten, die sich aktiv bewerben. Executive Search ist ein aktiver, proaktiver Suchprozess, bei dem gezielt Personen identifiziert und direkt angesprochen werden, die nicht auf Stellensuche sind.
Konkret bedeutet das:
- Klassische Vermittlung: Stellenanzeige schalten, eingehende Bewerbungen sichten, Vorauswahl treffen.
- Executive Search: Zielunternehmen und Kandidatenprofile definieren, aktive Direktansprache, strukturierte Evaluation, diskrete Kommunikation.
Ein weiterer Unterschied ist die Tiefe der Beratung. Executive und Expert Search geht weit über das reine Matching hinaus: Ein guter Berater analysiert das Anforderungsprofil kritisch, gibt Marktfeedback und begleitet den Prozess bis zur Vertragsunterzeichnung. Das ist in der Medizintechnik besonders relevant, weil die Branche klein und vernetzt ist und Fehlbesetzungen schnell bekannt werden.
Wann ist internes Recruiting keine Option mehr?
Internes Recruiting stößt an seine Grenzen, wenn die Zielgruppe nicht aktiv auf dem Markt ist, wenn Diskretion gefragt ist oder wenn das interne HR-Team die nötige Branchenkenntnis und das Netzwerk für eine Führungsrolle nicht mitbringt. In der Medizintechnik kommt hinzu, dass die Kandidatengruppe für spezialisierte Rollen oft sehr klein ist.
Typische Situationen, in denen internes Recruiting nicht ausreicht:
- Die Position erfordert spezifisches Fachwissen, das nur wenige Personen im DACH-Markt mitbringen.
- Die Stelle soll nicht öffentlich ausgeschrieben werden, etwa bei Nachfolgeplanung.
- Frühere Ausschreibungen haben keine geeigneten Bewerbungen erzeugt.
- Das Unternehmen baut einen neuen Standort oder eine neue Vertriebsorganisation auf und braucht mehrere Führungskräfte gleichzeitig.
- Die Besetzung ist zeitkritisch und ein langer Suchprozess ist nicht tragbar.
Gerade im Kontext des wachsenden Fachkräftemangels im Gesundheitswesen wird internes Recruiting für Führungspositionen in der Medizintechnik zunehmend schwieriger. Wer nur auf eingehende Bewerbungen wartet, verliert Zeit und läuft Gefahr, Kompromisse bei der Kandidatenqualität einzugehen.
Wie läuft ein Executive-Search-Prozess in der Medizintechnik ab?
Ein Executive-Search-Prozess in der Medizintechnik folgt einer strukturierten Abfolge von Schritten, die von der Anforderungsanalyse bis zur Einstellung reicht. Der gesamte Prozess dauert in der Regel acht bis zwölf Wochen, abhängig von der Spezialisierung der Rolle und der Verfügbarkeit von Kandidaten.
Die typischen Phasen:
- Briefing und Anforderungsanalyse: Der Berater analysiert gemeinsam mit dem Unternehmen die Rolle, das Team, die Unternehmenskultur und den Marktkontext.
- Zieldefinition und Recherche: Relevante Unternehmen und Kandidatenprofile werden identifiziert. In der Medizintechnik bedeutet das oft eine sehr gezielte Suche in einem überschaubaren Kandidatenmarkt.
- Direktansprache: Potenzielle Kandidaten werden diskret und professionell kontaktiert. Hier zählt das persönliche Netzwerk des Beraters.
- Evaluation und Interviews: Der Berater führt strukturierte Gespräche, prüft Qualifikationen und den kulturellen Fit.
- Präsentation und Auswahl: Eine Shortlist qualifizierter Kandidaten wird dem Unternehmen vorgestellt.
- Begleitung bis zum Abschluss: Der Berater unterstützt bei Vertragsverhandlungen und dem Onboarding.
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie ein solcher Prozess aus Kandidatensicht aussieht, finden Sie dazu weitere Informationen im Bewerbungsprozess.
Welche Kosten entstehen beim Executive Search für Medizintechnikfirmen?
Die Kosten für Executive Search in der Medizintechnik liegen typischerweise bei 25 bis 33 Prozent des Jahresgehalts der besetzten Position, oft zuzüglich einer Aufwandspauschale. Bei einer Führungsrolle mit einem Jahresgehalt von 150.000 Euro bedeutet das ein Honorar von rund 37.500 bis 50.000 Euro.
Das klingt zunächst nach einem erheblichen Betrag. Setzt man ihn aber ins Verhältnis zu den Kosten einer Fehlbesetzung, relativiert sich das schnell. Eine falsch besetzte Führungsrolle kostet Unternehmen erfahrungsgemäß ein Vielfaches des Jahresgehalts, wenn man Produktivitätsverluste, Teamdynamik, Kundenverluste und den erneuten Suchprozess einrechnet.
Die meisten Anbieter arbeiten nach einem Retainer-Modell, bei dem ein Teil des Honorars vorab bezahlt wird und der Rest bei Abschluss fällig ist. Das stellt sicher, dass der Berater vollständig in den Prozess investiert ist und nicht nur bei einfach zu besetzenden Rollen aktiv wird.
Wie wir Ihnen bei Executive Search in der Medizintechnik helfen
Wir bei Xelentis sind auf Executive Search und Expert Search im Gesundheitswesen, der Medizintechnik, Pharma und Life Sciences spezialisiert. Unser Team bringt über 20 Jahre Branchenerfahrung in Medtech, Pharma und Dental mit und kennt den DACH-Markt aus eigener Führungserfahrung. Das bedeutet: Wir verstehen nicht nur, welche Qualifikationen eine Rolle erfordert, sondern auch, wie Unternehmen in Ihrer Branche wirklich funktionieren.
Was wir konkret für Sie tun:
- Gezielte Direktansprache von Führungskräften, die nicht aktiv auf Stellensuche sind
- Strukturierte Evaluation von Kandidaten nach fachlichem und kulturellem Fit
- Aufbau ganzer Vertriebs- und Marketingorganisationen in der DACH-Region
- Begleitung des gesamten Prozesses, von der Anforderungsanalyse bis zur Vertragsunterzeichnung
- Beratung zur Positionierung als attraktiver Arbeitgeber im Wettbewerb um Fachkräfte
Wenn Sie eine Führungsposition in der Medizintechnik besetzen möchten oder einfach wissen wollen, was auf dem Kandidatenmarkt gerade möglich ist, sprechen Sie uns an. Mehr über unsere Leistungen erfahren Sie unter Personalberatung im Gesundheitswesen oder nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf.
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