Retained Search und Contingency Search sind zwei grundlegend verschiedene Modelle der Personalberatung. Beim Retained Search erteilen Sie einem Berater ein exklusives Mandat und zahlen einen Teil des Honorars vorab. Beim Contingency Search beauftragen Sie mehrere Berater gleichzeitig, die nur bei erfolgreicher Vermittlung ein Honorar erhalten. Welches Modell für Ihr Unternehmen in der Medizintechnik besser passt, hängt von der Position, dem Zeitrahmen und der Komplexität der Suche ab. Die folgenden Abschnitte beleuchten beide Ansätze konkret und helfen Ihnen bei der Entscheidung.
Welches Modell eignet sich für welche Positionen in der Medizintechnik?
Retained Search eignet sich für Führungspositionen und spezialisierte Expertenrollen in der Medizintechnik, bei denen Diskretion, Tiefe und ein strukturierter Prozess wichtig sind. Contingency Search funktioniert besser bei standardisierten Positionen mit einem größeren Kandidatenmarkt, bei denen Geschwindigkeit und breite Marktabdeckung im Vordergrund stehen.
In der Medizintechnik sind die Anforderungen an Kandidaten oft sehr spezifisch: regulatorisches Wissen, Erfahrung mit CE-Zertifizierungen, Kenntnisse in klinischer Bewertung oder internationale Vertriebserfahrung. Je spezialisierter das Anforderungsprofil, desto eher lohnt sich ein Retained-Mandat, weil der Berater Zeit investiert, um den Markt systematisch zu sondieren.
Als Faustregel gilt: Positionen ab dem mittleren Management aufwärts, also Teamleiter, Direktoren, VP-Ebene oder C-Level, werden in der Medizintechnik fast immer über Executive Search mit Retained-Mandat besetzt. Für Positionen auf Sachbearbeiter- oder Juniorebene kann Contingency Search eine pragmatische und kosteneffiziente Wahl sein.
Wie läuft ein Retained-Search-Mandat konkret ab?
Ein Retained-Search-Mandat in der Medizintechnik folgt einem strukturierten Prozess in mehreren Phasen: Anforderungsanalyse, Marktrecherche und aktive Direktansprache, Kandidatenbewertung, Präsentation einer Shortlist und Begleitung bis zur Vertragsunterzeichnung. Der Berater arbeitet exklusiv für Sie und hält Sie regelmäßig auf dem Laufenden.
Zu Beginn investiert der Berater erheblich Zeit in das Verständnis Ihres Unternehmens, Ihrer Kultur und der genauen Anforderungen. In der Medizintechnik bedeutet das häufig, auch die regulatorischen Rahmenbedingungen, die Produktkategorie und die Wettbewerbssituation zu verstehen, um die richtigen Kandidaten ansprechen zu können.
Die aktive Direktansprache, also das Headhunting, ist das Herzstück des Retained Search. Der Berater kontaktiert gezielt Personen, die nicht aktiv auf Jobsuche sind, aber perfekt auf das Profil passen. Diese passive Kandidatengruppe macht in der Medizintechnik oft den größten Teil der besten Talente aus. Am Ende des Prozesses erhalten Sie eine qualifizierte Shortlist mit in der Regel drei bis fünf Kandidaten, die alle Anforderungen erfüllen.
Was sind die Kostenstrukturen bei Retained und Contingency Search?
Beim Retained Search zahlen Sie das Honorar in Tranchen: typischerweise ein Drittel bei Mandatserteilung, ein Drittel bei Präsentation der Shortlist und ein Drittel bei Vertragsunterzeichnung. Beim Contingency Search fällt das gesamte Honorar erst bei erfolgreicher Vermittlung an. Das Gesamthonorar liegt in beiden Modellen häufig zwischen 20 und 30 Prozent des Jahresbruttogehalts der besetzten Position.
Auf den ersten Blick wirkt Contingency Search günstiger, weil Sie kein Honorar zahlen, wenn keine Vermittlung zustande kommt. In der Praxis hat dieses Modell aber einen Haken: Berater, die auf Erfolgsbasis arbeiten, priorisieren naturgemäß die Positionen, bei denen eine schnelle Vermittlung am wahrscheinlichsten ist. Komplexe Medizintechnik-Rollen mit engem Kandidatenmarkt landen dann schnell hinten an.
Beim Retained Search bezahlen Sie im Wesentlichen für Prozess und Engagement. Der Berater hat einen klaren Anreiz, den gesamten Markt zu durchsuchen und auch schwer erreichbare Kandidaten anzusprechen. Für spezialisierte Positionen in der Medizintechnik ist das oft die kosteneffizientere Lösung, weil eine unbesetzte Schlüsselposition im Unternehmen deutlich mehr kostet als das Beratungshonorar.
Warum schlägt Retained Search bei Führungskräften in der Medizintechnik häufig besser an?
Retained Search funktioniert bei Führungskräften in der Medizintechnik besser, weil die Kandidatengruppe klein, spezialisiert und überwiegend passiv ist. Führungskräfte mit relevantem Medizintechnik-Hintergrund wechseln selten auf eigene Initiative, sondern müssen aktiv und diskret angesprochen werden. Das ist nur möglich, wenn ein Berater ausreichend Zeit und Ressourcen in die Suche investiert.
Hinzu kommt der Aspekt der Diskretion. Wenn Sie eine Führungsposition neu besetzen oder eine bestehende Position ersetzen möchten, wollen Sie nicht, dass das am Markt bekannt wird. Retained Search ermöglicht eine vertrauliche Suche, bei der nur ein einziger Berater mit dem Mandat betraut ist und der Prozess kontrolliert abläuft.
Unser Team bringt über 20 Jahre Erfahrung in Pharma, Medtech und Dental mit und kennt die relevanten Netzwerke und Karrierewege in der Branche genau. Das macht einen erheblichen Unterschied: Ein Berater, der selbst Führungserfahrung in der Medizintechnik mitbringt, kann Kandidaten auf Augenhöhe ansprechen und die Attraktivität einer Position glaubwürdig vermitteln, was die Rücklaufquote bei der Direktansprache deutlich verbessert.
Wann ist Contingency Search in der Medizintechnik sinnvoll?
Contingency Search in der Medizintechnik ist sinnvoll, wenn Sie eine Position mit einem breiten Kandidatenmarkt besetzen möchten, wenn Geschwindigkeit wichtiger ist als die Tiefe der Suche, oder wenn Sie mehrere ähnliche Positionen gleichzeitig besetzen müssen. Typische Beispiele sind Positionen im technischen Außendienst, im Vertriebsinnendienst oder in der Qualitätssicherung auf Sachbearbeiterebene.
Auch wenn Ihr Unternehmen selbst bereits über ein gutes Netzwerk in der Branche verfügt und die Personalberatung nur als ergänzenden Kanal nutzen möchte, kann Contingency Search eine passende Wahl sein. In diesem Fall tragen Sie kein finanzielles Risiko, wenn die Zusammenarbeit nicht zum gewünschten Ergebnis führt.
Vorsicht ist geboten, wenn Sie gleichzeitig mehrere Contingency-Berater beauftragen. Das kann dazu führen, dass dieselben Kandidaten mehrfach kontaktiert werden, was unprofessionell wirkt und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit auf Kandidatenseite senkt. Gerade in der überschaubaren Medizintechnik-Community kann das den Ruf Ihres Unternehmens als Arbeitgeber beeinträchtigen.
Welche Fragen sollten Unternehmen ihrem Personalberater stellen, bevor sie ein Mandat erteilen?
Bevor Sie ein Mandat erteilen, sollten Sie Ihren Personalberater zu seiner konkreten Branchenerfahrung, seinem Netzwerk in der Medizintechnik, seiner Methodik bei der Kandidatensuche und zu den genauen Vertragsbedingungen befragen. Die Antworten zeigen Ihnen schnell, ob der Berater wirklich zur Position und zu Ihrem Unternehmen passt.
Folgende Fragen sind besonders aufschlussreich:
- Wie viele vergleichbare Positionen haben Sie in den letzten zwei Jahren in der Medizintechnik erfolgreich besetzt?
- Wie groß ist Ihr aktives Netzwerk in diesem spezifischen Segment, zum Beispiel Diagnostik, Implantate oder digitale Gesundheit?
- Wie gehen Sie vor, wenn der erste Suchansatz keine geeigneten Kandidaten liefert?
- Wie kommunizieren Sie während des Prozesses, und in welchem Rhythmus erhalten wir Updates?
- Welche Garantieregelungen gelten, wenn ein vermittelter Kandidat das Unternehmen innerhalb der Probezeit verlässt?
- Arbeiten Sie exklusiv für uns, oder betreuen Sie gleichzeitig Wettbewerber mit ähnlichen Positionen?
Die letzte Frage ist in der Medizintechnik besonders relevant, weil der Markt eng ist und Interessenkonflikte schnell entstehen können. Ein seriöser Berater wird diese Fragen offen und konkret beantworten. Wenn die Antworten vage bleiben, ist das ein Warnsignal.
Schauen Sie sich auch an, wie der Berater Personalberatung im Gesundheitswesen positioniert und ob er die Besonderheiten Ihrer Branche wirklich versteht, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
Wie Xelentis Sie bei der Wahl des richtigen Recruiting-Modells in der Medizintechnik unterstützt
Wir bei Xelentis sind auf Executive Search und Expert Search in der Medizintechnik, Pharma und Life Sciences spezialisiert. Unser Team bringt über 20 Jahre operative Erfahrung in diesen Branchen mit, was bedeutet, dass wir Ihr Anforderungsprofil nicht nur verstehen, sondern auch einschätzen können, wie realistisch es am Markt umsetzbar ist.
Das bieten wir Ihnen konkret:
- Ehrliche Beratung, welches Modell für Ihre spezifische Position am besten geeignet ist
- Exklusive Retained-Search-Mandate mit strukturiertem Prozess und regelmäßigem Reporting
- Aktive Direktansprache passiver Kandidaten aus unserem gewachsenen Netzwerk in der DACH-Region
- Begleitung des gesamten Prozesses bis zur Vertragsunterzeichnung und darüber hinaus
- Unterstützung beim Employer Branding, damit Ihr Unternehmen für Top-Kandidaten attraktiv ist
Wir vermitteln ausschließlich unbefristete Festanstellungen und arbeiten grenzüberschreitend in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wenn Sie wissen möchten, wie wir Ihre nächste Schlüsselposition in der Medizintechnik besetzen können, nehmen Sie Kontakt auf und wir besprechen gemeinsam den besten Ansatz für Ihr Unternehmen.
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